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Der vergangene Donnerstag wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Es ist der 5. November 2015.

Noch sieben Wochen bis Heiligabend. Doch was ich an diesem Tag erleben sollte, war besser als Weihnachten und Ostern zusammen.

 

Ich bin Max Huber aus der Nähe von Pforzheim. 22 Jahre alt und Fotografenlehrling. In meiner wenigen Freizeit filme ich gern und habe ein eigenes Modelabel. „Équipe by Max Huber“ ist ein Grund, warum ich GQ Video Talent 2015 geworden bin. Als ich 14 Tage vor Einsendeschluss des Wettbewerbs von GQ und HTC meinen sehr guten Freund Nikolas Meyberg auf meine Idee zu einem Film angesprochen habe, war er sofort Feuer und Flamme und konnte es gar nicht abwarten zu starten. Es musste natürlich alles ganz schnell gehen. Ich schrieb ein Drehbuch, fragte Freunde, ob sie im Film mitspielen wollen, und besprach mit Nikolas alles weitere für die anstehenden Drehtage.

 

Idee war es, einen emotionalen Film zu erschaffen, in dem das Leitthema „Vorbilder“ angesprochen wird, die Verbindung zu „Équipe“ gelingt und mein Traum deutlich wird, Menschen zu verbinden. Als Leitmotiv fungierte der Faden, deshalb trägt mein Wettbewerbsbeitrag auch den Namen „Un seul fil“.

„Am Anfang war nur ein Faden“, so der erste Satz des Films. Eine Metapher für den Start meiner Karriere als Modedesigner und zur Verdeutlichung, dass jeder von uns klein anfängt. Das Problem bei der Sache: Wir hatten nur 14 Tage Zeit – und kein Geld. Da man als Auszubildender bekanntlich eher weniger verdient, setzte ich als Budget 100 Euro an und konnte eigentlich nur auf die Mithilfe von meinen Freunden und Bekannten hoffen (deshalb an dieser Stelle ein riesiges Dankschön an alle Helfer, Schauspieler und Equipment-Verleiher!).

Nikolas und ich hatten also 100 Euro, ein fast fertiges Drehbuch und die Zeit, den Film zu produzieren, wurde immer knapper. Die ersten Szenen des Films entstanden bei mir zu Hause. Immerhin war der Lichtassistent – ja es gab einen, der das Licht ausmachte! – zufrieden mit seiner und unserer Arbeit. Nik und ich waren aber erst nach dem Hauptdrehtag so richtig zufrieden. Zwölf Stunden pure Anspannung, ein eng getakteter Drehplan, zwei nicht funktionierende Drohnen und Mordshunger – so mörderisch, dass ich das Budget am Ende des Tages auf 166 Euro erhöhen musste. 

 

Einige Tage danach war der Film fertig, und ich konnte ihn beim „GQ Video Talent“-Wettbewerb einsenden. Als „Un seul fil“ abgeschickt war, war ich auf der einen Seite dankbar und froh, andererseits aber auch ängstlich und aufgeregt. Wie würde der Film ankommen?

Dass er so gut ankommt, hätte ich nicht geglaubt, geschweige denn mit einem Sieg gerechnet. Ein Gewinn, der so viel Schönes mit sich gebracht hat und noch mit sich bringen wird. In einem – natürlich – Video habe ich diesen Tag festgehalten.

 

Hier nun ein Dankeschön an die Jury, GQ Germany und den Sponsor des Wettbewerbs HTC. An Adrian Wegner, den „GQ Gentleman 2015“, mit dem wir einen superereignisreichen Tag in Berlin verbringen durften. Des Weiteren an meine Eltern, die immer an mich glauben und stets hinter mir stehen. Vielen Dank auch an meine Chefs, die mich unterstützt haben und mir an den wichtigen Tagen freigegeben haben.

 

Mein ganz besonderer Dank geht an dich, Nikolas Meyberg. Du warst von Beginn an zu hundert Prozent dabei, konntest dir genau vorstellen, welche Bilder und Ideen ich im Kopf hatte. Du hast immer deinen Optimismus behalten ­­– selbst wenn mal zwei Drohnen nicht funktionieren wollten. Ich freue mich schon sehr auf unser nächstes Projekt. Vielleicht ein Film über die 13-Millionen-Metropole Istanbul? Vielleicht erhöhe ich dafür sogar noch einmal das Budget.

 

- Max Huber